Naturdenkmäler in St. Thomas ams Blasenstein

Einsiedlerstein (Phallusstein)

Der Phallusstein aus Granit, inmitten eines Waldes.

Der große Schalensitz auf dem Phallusstein (wohl der schönste des gesamten Mühlviertels) in der Himmelreith ist nur mit einer Leiter zu erreichen. Wanderer finden diesen neben den Wegen S 5, S 7, und S 8 Steine mit Sitzen heißen in der Gegend nördlich von Grein ausschließlich Einsiedlersteine. Diese Schalen werden allgemein in natürlich entstandene und künstlich gefertigte gegliedert: natürlich entstanden durch chemische Auswitterung, tropfendes Wasser, Wassermühlen etc. und künstlich ausgeriebene, ausgestemmte oder gebrannte.

 

Pechölstein

Pechölstein mit übermanngroßem, geripptem Blatt.

Dieser Pechölstein ist einer von 7 im Gemeindegebiet von St. Thomas am Blasenstein, wobei zwei als Naturdenkmal verordnet wurden. Über den Wanderweg S 4 ist dieser Pechölstein in der Nähe des Dechtlgruber-Gutes erreichbar.

 

 

 

 

Wackelstein

Im Ortsgebiet (Wanderweg S 8) befindet sich der Wackelstein auf dem Privatgrund der Familie Klampfer (Garten nicht betreten), ein großer Steinblock, der nur von zwei seitlichen Felsen gestützt wird. Dieses Gebilde ist ein typisches Beispiel für eine Wollsackverwitterung. 

 

Zigeunermauern

Das Bild zeigt die Zigeunermauern (ein Steingebilde mit einem Opfertisch aus Stein) davor steht eine Dame.Zu den bedeutendsten Sehenswürdig-keiten von St. Thomas gehören die Zigeunermauern mit ihrem Opfertisch und ihren natürlich gedeckten Kammern. Solche Felsgebilde dürften in anderen Teilen Europas als Vorbilder für Megalithanlagen gedient haben und alte Kultplätze gewesen sein.
In den Höhlen der Zigeunermauern soll sich früher des öfteren fahrendes Volk aufgehalten haben. Als fahrendes Volk galten im 17. und 18. Jahrhundert Menschen aus sozialen Unterschichten und Randgruppen: Zigeuner, Juden, verarmte Handwerker und Kaufleute, Taglöhner, Personen, die „unehrliche Berufe“ ausübten wie Abdecker, Schinderknechte, Totengräber oder Gerber, Komödianten, Prostituierte, abgedankte und desertierte Soldaten wie Kriegskrüppel. Ohne Bürgerrechte lebten sie von Gelegenheitsarbeiten und betteln, kleinen Diebstählen und wildern. Von der Diskriminierung zur Kriminalisierung war es oft nur ein kleiner Schritt.

Jene, die sich gänzlich von den gesellschaftlichen Normen lossagten und das Räuberhand-werk betrieben, sind heute legendäre Figuren. Einer davon war Hans Jörg Grasel, der vor allem im benachbarten Waldviertel und im unteren Mühlviertel raubte und plünderte, an-geblich aber auch Arme beschenkte. Er soll sich gelegentlich auch in der Nähe der Zigeu-nermauern aufgehalten haben. Bis zu sechzig (!) Mann zählte seine Bande, unter ihnen Gestalten wie der „Lochpracker“, der „Mistkratzerl“, der „Stutzpratzerl“ und der „Bretlingfresser“. Erst als auf Grasels Kopf 4000 Gulden Belohnung ausgesetzt wurden, ging er den Gesetzeshütern ins Netz. Am 31.01.1818 wurde er mit zwei Mittätern in Wien vor den Augen einer gaffenden Menschenmenge hingerichtet. Seine letzten Worte sind legendär: „Jessas, so vül Leut!“